„Sicherheit und Verteidigung – resiliente KMU“
Wie passt das zusammen? Kleine und mittlere Unternehmen werden in Verbindung mit sicherheitsrelevanten geopolitischen Spannungen gebracht. In der Tat sehr gut. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die hierdurch ausgelösten Krisen verdeutlichen dies eindrücklich. Unterbrochene Lieferketten, explodierende Energiepreise etcetera haben sich belastend auf die Unternehmen ausgewirkt. Insbesondere für energieintensive Branchen wie bspw. Metallverarbeitung und Maschinenbau oder Handwerksbetriebe wie Bäckereien und Friseurgeschäfte.
Welchen Unternehmensverantwortlichen ist bekannt, wer ihrer Beschäftigen Reservist ist oder bei den sogenannten „Blaulicht“-Organisationen wie Technisches Hilfswerk und Feuerwehr ehrenamtlich tätig ist? Die Aufgaben der Reservisten umfassen sowohl militärische Kernaufgaben als auch Unterstützungstätigkeiten im Heimatschutz und Katastrophenfall. Die „Blaulicht“-Ehrenamtlichen leisten ebenfalls im Katastrophenfall wertvolle Unterstützung. Diese Kräfte fallen im Ernstfall in den Unternehmen aus.
Dann ist da noch der Operationsplan Deutschland. Deutschland fungiert als logistische Drehscheibe für NATO-Streitkräfte. Der Plan regelt den Aufmarsch alliierter Truppen aus Westeuropa in Richtung Osteuropa. Zivile Stellen (Behörden, Logistikunternehmen) sind gefordert, Transportleistungen zu erbringen. Dies bindet ebenfalls Arbeitskräfte, die dann in den Unternehmen nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei einem derartigen Aufmarsch von bis zu 800.000 alliierten Soldatinnen und Soldaten und 200.000 Militärfahrzeugen, ist eine reguläre Nutzung der Verkehrsinfrastruktur für mehrere Monate mindestens stark eingeschränkt. Die Auswirkungen werden nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen zu spüren bekommen.
In einem Workshop der Initiative Wirtschaftsschutz habe ich auf Einladung des Bundesministerium des Innern unter anderem diese Themen als Berater von Unternehmen begleitet. Ziel ist es, Führungskräfte in den Unternehmen zu sensibilisieren. Die sicherheitspolitische Thematik wurde in einer Konferenz der DIHK, bei der ich als Gast teilnehmen durfte, fortgesetzt.
Fazit:
Die aufgezeigten Gefahren und die damit einhergehenden Probleme sind ernst zu nehmen. Die Unternehmen sollten zumindest vorbereitet sein, um im Ernstfall zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen. Sind die Unternehmen resilient, lassen sich negative Auswirkungen zumindest eingrenzen.
Bis zum nächsten Mal!
Herzlich, Ihr Holger Feick
Geschäftsführer HF Finanzconsulting GmbH
